Umwelt | 04.10.2012

850 Grad Celsius lassen Glas kalt

Glas ohne jeglichen Nutzen in der Kehrichtverbrennungsanlage.

Wertstoffe, die separat gesammelt werden, gehören sicher nicht in den Abfall. Kehrichtverbrennungsanlagen benötigen kein Glas für die Verbrennung.

 

Der Irrglaube hält sich hartnäckig: Eine Glas- und ein paar PET-Getränkeflaschen pro Abfallsack unterstützten die Verbrennung in der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA). Warum das Humbug ist, zeigt nur schon die Tatsache, dass Glas erst bei 1500 Grad Celsius schmilzt. Die 850 Grad im Ofen einer KVA können Glas nichts anhaben. Aber: Die 50 000 m3 Altglas, die in der Schweiz jährlich immer noch im Müll landen, brauchen Platz. «Das Glas bleibt unverwertet, solange es nicht gelingt, es aus der KVA-Schlacke zurückzugewinnen. Dies ist verschwenderisch», betont Dr. Leo Morf vom AWEL Amt für Abfall, Wasser, Energie und Luft des Kantons Zürich. «Erstens wird Deponieraum vergeudet, zweitens geht wertvoller Rohstoff für immer verloren.»

 

Recycling ist besser als Verbrennung

 

Kunststoffe sind heute allgegenwärtig, auch im Abfall. «Den KVAs mangelt es also sicher nicht an gutem Brennmaterial», so Morf. «Solange für einzelne Fraktionen, wie zum Beispiel PET-Getränkeflaschen, Möglichkeiten einer hochqualitativen stofflichen Verwertung gegeben sind und diese ökologisch besser sind als das Verbrennen, ist das Recycling anzustreben.» Das PET-Recycling ist 50 Prozent umweltfreundlicher als die Verbrennung und Wärmenutzung in einer KVA. Metallfraktionen schliesslich, wie etwa Aluminiumdosen, büssen beim Verbrennungsprozess an Qualität ein. Auch hier ist das Recycling der Verbrennung überlegen. Grundsätzlich gilt also: Was separat gesammelt wird, gehört in die Separatsammlung und niemals in den Abfall.

 

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