"Die Marke Swiss Recycling stärken"


Patrik Geisselhardt ist seit September 2011 Geschäftsführer von Swiss Recycling, dem Dachverband der Recycling-Organisationen. Er möchte die Zusammenarbeit unter den Mitgliedern fördern und Swiss Recycling zum Kompetenzzentrum im Bereich Separatsammlung und Recycling machen.
Patrik Geisselhardt, Sie sind gelernter Betriebsökonom. Was führt Sie in die Recyclingbranche?
Ich habe in den vergangenen Jahren eine Zusatzausbildung zum Umweltingenieur gemacht und mich beruflich mit Kunststoffrecycling auseinandergesetzt. Die Funktion als Geschäftsführer von Swiss Recycling verbindet meine beiden Kernkompetenzen Ökonomie und Recycling geradezu ideal.
Sie haben Ihre neue Aufgabe vor wenigen Monaten in Angriff genommen. Welches sind Ihre ersten Eindrücke?
Ich habe eine Organisation angetroffen, die unabhängig agiert, gut vernetzt ist und als sehr glaubwürdig wahrgenommen wird. Das ist viel wert. Jedoch ist der Verein traditionsgemäss stark vom Engagement einer einzelnen Person abhängig. Ich werde darauf hinarbeiten, die Vereinstätigkeiten breiter abzustützen.
Wo wollen Sie Swiss Recycling hinführen?
Hauptaufgabe von Swiss Recycling ist die Förderung der Separatsammlung. Daran wird sich nichts ändern. Aber ich möchte die Marke «Swiss Recycling» weiter stärken und unser Netzwerk ausweiten. Dadurch soll Swiss Recycling bekannter werden, und unsere Anliegen sollen grösseres Gewicht erhalten.
Was wird sich für die Mitglieder ändern?
Ich möchte unsere Mitglieder motivieren, wo sinnvoll, noch stärker zusammenzuarbeiten. So kann beispielsweise der Beitrag des Recyclings zur Umweltentlastung – wie die Reduktion von CO2-Emissionen – gemeinsam kommuniziert werden. Ich denke aber auch an gemeinsame Auftritte bei Tagungen und im Bereich «Social Media» oder an einen institutionalisierten Erfahrungsaustausch.
Wird sich für die Haushalte etwas ändern?
Möglicherweise werden technische Fortschritte das Trennen vereinfachen – die Separatsammlung wird es aber immer geben: Nur sie kann eine derart hohe Trennqualität bieten, wie wir sie in der Schweiz heute kennen. Ein grundsätzliches Umdenken ist vielmehr beim Produktdesign notwendig: Nur, wenn wir die Produkte derart gestalten, dass sie effizient rezykliert werden können, werden wir langfristig die drohende Ressourcenverknappung in den Griff bekommen.
Wo wird Swiss Recycling in 10 Jahren stehen?
Eines ist sicher: Ich werde nicht versuchen, alle Sammelorganisationen in einem Verein zu verschmelzen. Derartige Versuche sind in anderen Ländern bereits gescheitert. Aber: Ich möchte Synergien stärker nutzen. Und es ist mein Ziel, dass Swiss Recycling mittel- bis langfristig zu dem Kompetenzzentrum im Bereich Separatsammlung und Recycling wird.


Kommentare
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Sehr geehrter Herr Geisselhardt
Gerne würde ich mit Ihnen in Kontakt treten um Ihnen eine Idee vorzustellen:
Fruchtige Grüsse
Ralph Huggel, Chiquita Schweiz, Spreitenbach, rhuggel@chiquita.com