Jean-François Marty leitet das Büro von PET-Recycling Schweiz in Le Mont-sur-Lausanne. Im Interview erklärt er, was in der Westschweiz zurzeit für Gesprächsstoff sorgt und warum Kooperationen sinnvoll sind.

PET-Recycling: Herr Marty, seit knapp 20 Jahren arbeiten Sie für PET-Recycling Schweiz in der Westschweiz. Wie kam es dazu?

Jean-François Marty: Ich war lange Zeit bei der Vetropack im Bereich Glasgetränkeverpackungen tätig. Mein damaliger Vorgesetzter war René Herzog, der später zum Geschäftsführer von der 1990 gegründeten PET-Recycling Schweiz ernannt wurde. Schnell war klar, dass sie eine Westschweizer Niederlassung brauchten, obwohl der Aussendienstmitarbeiter Marco Mancini schon für die Westschweiz tätig war. René Herzog bot mir die Stelle an wegen meines Know-hows in der Verpackungs- und Recyclingthematik.

 

Hat die Westschweizer Bevölkerung andere Probleme bezüglich Abfall und Recycling als die Deutschschweizer?

Grundsätzlich haben wir die gleichen Probleme wie die anderen Sprachregionen. Wir waren sicher von der landesweiten Einführung der Abfallgebühr stärker betroffen, weil bei uns das Abfallwesen bis anhin nicht hauptsächlich nach dem Verursacherprinzip finanziert wurde. Ein solcher Systemwechsel löst immer einigen Wirbel aus und sorgt für Unsicherheiten. Wir haben mehr telefonische Anfragen erhalten als üblich. Positiv ist dafür das höhere Interesse für die Eröffnung einer freiwilligen Sammelstelle im Unternehmen oder Sportcenter. Und allgemein werden mehr Wertstoffe separat entsorgt, weil es sich nun auch finanziell lohnt. Einen Unterschied zur Deutschschweiz haben wir aber festgestellt: Der Service public ist bei uns ausgeprägter, weshalb viel mehr Gemeinden selbst eine PET-Sammelstelle betreiben wollen.

 

Das Westschweizer Büro von PET-Recycling Schweiz vertritt zusätzlich die Organisationen IGORA, FERRO Recycling, die IG saubere Umwelt und neu Swiss Recycling sowie TEXAID. Welche Vorteile bringt diese Zusammenarbeit?

Der Vorteil ist, dass alle Informationen und Anfragen neu an einer Stelle zusammenlaufen. Wir können dadurch viel schneller auf Anfragen reagieren, die Organisationen profitieren vom gegenseitigen Know-how und die Infrastruktur kann in Form der vorhandenen Büroräumlichkeiten optimal genutzt werden.