Spatenstich Grandson
Antoine Maillard (links) mit der PET-Getränkflasche, die im Fundament einbetoniert wurde. Neben ihm (v.l.n.r.) François Payot, Philippe Leuba, Claude A. Roulet und Jean-Claude Würmli.

Am 10. September wurde im waadtländischen Grandson der Grundstein für eine neue Sortieranlage für PET-Getränkeflaschen und weitere Plastikflaschen gelegt. Die neue Anlage wird in Zukunft von der kürzlich gegründeten Firma RC-Plast SA geführt, einem Tochterunternehmen der Cand-Landi SA.

«Es ist nicht der erste, sondern der letzte Stein des Fundaments, den wir heute legen», strahlte Claude A. Roulet verschmitzt, «und es ist auch kein Stein.» Der Geschäftsführer der Cand-Landi SA und Initiator des neu gegründeten Unternehmens RCPlast war sichtlich erfreut, den zahlreichen Vertreterinnen und Vertretern aus der Branche, aus der Region und den Medien vom neuen Projekt zu berichten. Zur Grundsteinlegung haben sich über 100 Gäste eingefunden. Entsprechend gross war dann auch die Überraschung unter den Anwesenden, als Claude A. Roulet schliesslich eine PET-Getränkeflasche unter dem Rednerpult hervorzauberte und diese als «Grundstein» vorstellte: «Wir haben sie mit verschiedenen Plastik-Flakes sowie mit Kies gefüllt, um die Zukunft der Anlage und die Herkunft unseres Unternehmens zu symbolisieren.»


Mehr Plastik dem Recycling zuführen können


Wie Claude A. Roulet in seiner Rede weiter ausführte, wolle das Unternehmen mit der neuen Anlage weit mehr Plastik dem Recycling zuführen, als dies bis heute der Fall sei. «Vom gesamten in der Schweiz gebrauchten Plastik wird bis anhin nur wenig wiederverwertet – und dies praktisch nur in Form von PET-Getränkeflaschen. Dies macht vom Gesamtvolumen jedoch weniger als fünf Prozent aus.» Darum ziele das Unternehmen vor allem auf diese noch ungenutzten 95 Prozent. Die RC-Plast wird in der neuen Sortieranlage ab erstem Quartal 2016 PET-Getränkeflaschen und
weitere Plastikflaschen maschinell sortieren. Um den geschlossenen Kreislauf sicherzustellen, werden die PET-Getränkeflaschen jedoch weiter separat behandelt. Dabei kommt dasselbe Prinzip zur Anwendung wie in der Anlage in Frauenfeld, die im Frühjahr eröffnet wurde. Jean-François Marty, Leiter des Westschweizer Büros von PET-Recycling
Schweiz, bezeichnete den Bau dieser «Sortieranlage der letzten Generation » als «Pionierleistung». Dank solchen Projekten sei es möglich, «dass wir von einer Abfallwirtschaft zunehmend zu einer Kreislaufwirtschaft kommen und uns immer mehr einer ‹grünen Wirtschaft› annähern.» Er wies dabei aber auch darauf hin, dass trotz der maschinellen
Sortierung weiter der Mensch gefragt sei: «Der Konsument bereitet das Material bestmöglich vor, indem er PET-Getränkeflaschen getrennt von den anderen Plastikflaschen sammelt und in die richtigen Container entsorgt. Ansonsten wäre der geschlossene PET-Kreislauf gefährdet.»


Das Fundament ist komplett

Ein wichtiger Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft wurde an diesem Tag symbolisch durch die Grundsteinlegung für die neue Sortieranlage getan. Die präparierte PET-Getränkeflasche wurde dabei von Philippe Leuba, Leiter Departement Wirtschaft und Sport des Kantons Waadt, feierlich in die letzte Bodenöffnung des Gebäudes eingesetzt. Gemeinsam mit
François Payot, Vertreter der Gemeinde Grandson, Antoine Maillard, Delegierter des Verwaltungsrates der Cand-Landi SA, Jean-Claude Würmli, Geschäftsleiter von PETRecycling Schweiz, sowie Claude A. Roulet hat er schliesslich diesen Grundstein aus PET mit Beton versiegelt und damit das Fundament für die Anlage und die Zukunft eines noch stärkeren Plastik-Recyclings in der Schweiz gelegt.