«MEINE ARBEIT MACHT VIEL SINN»

Seit 13 Jahren ist Sascha Amrein bei der Häfeli AG in Lenzburg tätig. Gemeinsam mit zwei Mitarbeitern ist er dafür verantwortlich, dass die gesammelten PET-Getränkeflaschen von über 1500 Kunden zur zentralen Weiterverarbeitung
transportiert werden.

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Handarbeit pur: Sascha Amrein beim Verladen der Big Bags in Oftringen.

Es ist 7 Uhr morgens, als Sascha Amrein in Lenzburg seinen Schlepper besteigt und den Arbeitstag in Angriff nimmt. Seine zwei Mitarbeiter sind vor ein paar Minuten schon losgefahren. Ihre Mission: leere PET-Getränkeflaschen bei Grosskunden abholen und in die zentrale Sammelstelle zur Weiterverarbeitung bringen.

1500 Kunden in drei Kantonen

Sascha Amrein ist seit 13 Jahren bei der Häfeli AG in Lenzburg tätig und als Teamleiter auch für seine beiden Mitarbeiter verantwortlich: «In unserem Einsatzgebiet in den Kantonen Aargau, Luzern und Solothurn fahren
wir zu rund 1500 Kunden, um bei ihnen die von den Konsumenten deponierten PET-Getränkeflaschen abzuholen.» Gesammelt und transportiert wird das Material dabei nicht nur in den bekannten durchsichtigen PET-Recycling-Sammelsäcken, sondern bei Grosskunden hauptsächlich in sogenannten Big Bags. Über 20 von diesen Big Bags warten auf Sascha Amrein bei seinem ersten Halt an diesem Morgen im Recycling und Entsorgungscenter Wiggertal AG in Oftringen. Sie stehen an einem für ihn etwas ungünstigen Ort. Da er mit seinem Schlepper nicht direkt am Sammelort halten kann, muss er jeden einzelnen Big Bag mit einem Handwagen vom Lagerort bis zur Ladefläche seines Schleppers fahren. «Das alles braucht Zeit», sagt er, als er den letzten Bag auf der Ladefläche verstaut.

Immer wieder in Neuenhof

Nächstes Ziel ist die Firma TRANS CYCLE Transport & Recycling AG in Neuenhof. «Rund zwei bis drei Mal pro Tag fahre ich hierhin», erklärt Sascha Amrein, «und entsprechend regelmässig bin ich auf diesem Autobahnabschnitt unterwegs.» Der Verkehr bringe dabei oft seine Planung durcheinander. «Stau oder schlechte Wetterverhältnisse fordern von uns und damit auch von unseren Kunden immer wieder Flexibilität.» Die Tagesplanung stellt er für sich und sein Team jeweils am Abend vorher zusammen, wobei gewisse Kunden und damit Routen bereits langfristig bestehen. «Im Sommer haben wir dabei mehr zu tun als im Winter, entsprechend sind dann auch unsere Arbeitstage länger.» Pro Tag fährt Sascha Amrein zu rund 10 bis 17 Kunden – und dazwischen immer wieder nach Neuenhof, «allerdings erst, wenn die Ladefläche meines Schleppers wirklich voll ist.»

Viel falsches Material

Bei der TRANS CYCLE in Neuenhof fährt Sascha Amrein seinen Schlepper zuerst auf die Waage, um seine Ladung einzuwägen. Erst dann fährt er rückwärts in die Haupthalle, wo er sein Fahrzeug vor einem PET-Getränkeflaschen-Meer in Position bringt. Er steigt auf die Ladefläche und schüttet einen Big Bag nach dem anderen aus. Einem Wasserfall gleich ergiesst sich aus jedem dieser blauen Big Bags eine eigentliche Fontäne aus PET-Getränkeflaschen in die Lagerhalle. Dabei zeigt sich auch, dass sich darunter auch ganz viel anderes, sprich falsches Material befindet: Speiseölflaschen, Plastikverpackungen, Motorenölflaschen. «Es gibt fast nichts, was ich hier nicht schon gesehen habe», bestätigt Sascha Amrein.

Im Gegensatz zu den Big Bags werden die durchsichtigen PET-Sammelsäcke nicht ausgeschüttet, sondern über ein Förderband in einen Sacköffner geleitet, wo diese aufgerissen werden. Alles angelieferte Material kommt auf Förderbänder und wird sortiert, bevor die PETGetränkefaschen in Ballen gepresst zur Weiterverarbeitung abtransportiert werden. Sascha Amrein fährt mit seinem Schlepper nochmals auf die Waage und beendet damit seine Ablieferung. Er parkiert seinen Transporter ein paar Meter weiter vorne am Strassenrand und legt die Big Bags zusammen. Diese sind zum Teil beschädigt, meist aber nass. «Oft werden die Flaschen nicht leer und auch nicht verschlossen in die Sammelstellen eingeworfen. Entsprechend ist meine Kleidung relativ schnell verschmutzt und am Abend rieche ich jeweils nicht mehr allzu gut.» Im Sommer seien die Säcke zudem wahre Wespennester: «Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht mindestens einmal gestochen werde.»

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Falsche Flaschen in der PET-Getränkeflaschen-Sammlung.

Herzblut und Stolz

Gegen 17 Uhr ist Sascha Amrein wieder zurück in Lenzburg, sein Arbeitstag ist zu Ende. Seine Arbeit sei anstrengend, aber auch sehr befriedigend: «Für mich macht sie viel Sinn, weil ich damit den Umweltschutz unterstütze. In unserer Firma habe ich zudem mitgeholfen, den Bereich PET-Sammlung aufzubauen. Da steckt viel Herzblut und Stolz drin.» Besonders schätzt er in seinem Alltag auch den Kontakt zu seinen Kunden: «Mit der Zeit hat man sich immer besser kennengelernt und es ist fast schon eine grosse Familie entstanden. » Einen Wunsch hat Sascha Amrein jedoch – und dieser geht nicht an seine Kunden, sondern an die Konsumenten: «Bitte nur PET-Getränkeflaschen einwerfen – und immer ganz nach dem bestens bekannten Slogan ‹Luft raus, Deckel drauf›.»

Häfeli AG


Als einer von 38 Transportpartnern in der ganzen Schweiz nimmt die Häfeli AG einen wichtigen Platz im gesamten PET-Kreislauf ein. Das seit über 100 Jahren tätige Familienunternehmen wird bereits in sechster Generation geführt. Die Häfeli AG in Lenzburg bietet Dienstleistungen mit Kehrichtwagen, Kippern, Kranlastwagen, Mulden, Containern oder Thermosilos an und ist schweizweit eines der führenden Unternehmen im Bereich Silo-Lose-Transporte. Weitere Infos: www.haefeli.ch