Wachsen Flaschen in Zukunft nach?
Unter dem «Bioplastics»-Dach versammeln sich viele verschiedene Kunststoffe, die teilweise nur wenig miteinander zu tun haben. Grob können sie in zwei Gruppen eingeteilt werden: In der einen Gruppe finden sich Kunststoffe, die (teilweise) aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden. Die andere Gruppe enthält Kunststoffe, die biologisch abbaubar sind und aus fossilen oder nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Dazu gehört beispielsweise PLA (Polylactid / Polymilchsäure). PLA-Verpackungen bauen sich jedoch nur unter gewissen Umweltbedingungen ab. In der Regel sind diese lediglich in industriellen Kompostieranlagen anzufinden. Von selbst lösen sich PLA-Verpackungen nicht auf, weder im eigenen Komposthaufen noch in der freien Natur.
Problemzone Recycling
Eine Markteinführung von PLA würde in erster Linie beim Recycling zu grossen Problemen führen. Ein paar wenige PLA-Verpackungen, die in den PET-Recyclingkreislauf gelangen, würden ausreichen, um wegen der unterschiedlichen Materialeigenschaften das Rezyklat unbrauchbar zu machen. Vor diesem Hintergrund ist es ein Glück, dass grosse Getränkeproduzenten auf andere Kunststoffe setzen. Coca-Cola hat in verschiedenen Ländern bereits die sogenannte «Plant Bottle» lanciert. Dabei handelt es sich um eine PET-Flasche, die nicht zu 100 Prozent aus Erdöl besteht, sondern auch auf pflanzlichen Rohstoffen basiert. Bei Danone setzt man neben nachwachsenden Rohstoffen auf PET-Rezyklat (r-PET). Die sogenannte «bouteille végétale» für Volvic Mineralwasser enthält derzeit 20 Prozent nachwachsende Rohstoffe und 25 Prozent r-PET. Sie ist seit Ende 2010 in der Schweiz erhältlich. Nach aktuellem Wissensstand können die «Plant Bottle» sowie die «bouteille végétale» in den bestehenden Recyclingsystemen gemeinsam mit rein erdölbasiertem PET wiederverwertet werden.
Wenn Coca-Cola sich bewegt, steht die Konkurrenz nicht still. So hat PepsiCo im März dieses Jahres die Entwicklung der ersten PET-Flasche aus 100 Prozent nachwachsenden Rohstoffen angekündigt. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen Orangen- oder Kartoffelschalen in die Flaschenproduktion integriert werden – Stoffe also, die bei der Lebensmittelproduktion von PepsiCo als Nebenprodukte anfallen.
Sind «Bioplastics» ökologischer?
Die Verwendung von pflanzlichen Rohstoffen macht eine Flasche nicht unbedingt umweltfreundlicher. Der Anbau von pflanzlichen Rohstoffen benötigt viel Wasser, Energie, Dünger, Pestizide und Land. Ob «Bioplastics» eine Modeerscheinung sind oder ob sie sich am Markt durchsetzen können, hängt stark davon ab, ob es den Getränkeproduzenten gelingen wird, ihre Biokunststoffflaschen in grossen Mengen nachhaltig und mit geringen Umweltauswirkungen zu produzieren.


Kommentare
RE: PET in Grossbritannien
Guten Tag Herr Zaugg
Nach unseren Informationen wurden (in 2009) Sammelquoten von 30-40% erreicht. Allerdings ist es im EU-Raum eine Frage der Definition, was damit gemeint ist. In der Regel sind diese Zahlen nicht mit denen in der Schweiz vergleichbar, weil bei uns ausschliesslich das stoffliche Recycling gemeint ist. Also keine Form von thermischer Verwertung (Verbrennung mit Energierückgewinnung) die im EU-Raum ab einem definierten Wirkungsgrad zum Recycling gezählt werden.
Pro-Europe (Grüner Punkt) hat hierzu Informationen, allerdings keine aktuellen:
http://pro-e.org/united_kingdom1.htm
Zudem finden Sie weitere Infos auf folgenden Seiten:
www.recoup.org
www.epro-plasticsrecycling.org
Beste Grüsse,
PET-Recycling Schweiz
PET in Grossbritanien
Haben Sie Studien oder Informationen über PET akzeptanz und Recycling in Grossbritanien?
Besten Dank