Wer verkauft, nimmt zurück!

Mit Sorge ist zu beobachten, dass immer mehr Gemeinden freiwillig PET sammeln und die Mengen dort entsprechend steigen.
Der beste Weg, seine PET-Getränkeflaschen zu entsorgen, ist der über den Handel. Dieser ist nicht nur gesetzlich dazu verpflichtet, es ist auch praktisch, wenn die leeren PET-Getränkeflaschen dort entsorgt werden können, wo sich 99 Prozent der Bevölkerung wöchentlich aufhalten, nämlich beim Einkauf. So lässt sich gleichzeitig zu Hause Platz sparen und die Gemeinden werden nachhaltig entlastet.
Handel gesetzlich verpflichtet
Auch ökologisch macht die Entsorgung über den Handel Sinn: Der Detailhandel kann das PET-Sammelgut über seine bestehenden Logistikketten zurückführen und die Flaschen zu Ballen pressen. Ein grosser Teil wird anschliessend mit dem Zug weitertransportiert. Die Umweltbelastung sinkt dadurch um fast 60 Prozent. Nicht überall ist die Rückgabe über den Detailhandel aber möglich. Besonders in abgelegenen Ortschaften fehlt es an Verkaufsgeschäften und damit an Rückgabemöglichkeiten. Hier ist es sinnvoll, wenn die entsprechende Gemeinde mit einer eigenen PET-Sammelsstelle einspringt. In allen anderen Fällen belastet die Gemeinde die Gemeinderechnung mit einer Aufgabe, die der Handel erfüllen muss. Es kommt also zu teuren Doppelspurigkeiten.
Teure Doppelspurigkeiten
Noch schlimmer: Immer mehr Gemeinden eröffnen PET-Sammelstellen, obwohl der Handel genügend Sammelstellen bereitstellt. Was als Dienst der Bevölkerung gegenüber gut gemeint ist, hat aber gravierende Folgen. Dieser Trend ist insbesondere im Tessin und in der Westschweiz zu beobachten. In der Westschweiz gelangen 45 Prozent der PET-Getränkeflaschen und im Tessin 80 Prozent über eine Gemeindesammelstelle ins Recycling. In der Deutschschweiz sind es nur 10 Prozent, ohne dass insgesamt weniger PET gesammelt wird. Dafür gibt es zwei Gründe: In diesen Landesteilen ist der Service public der Gemeinden viel ausgeprägter. Hinzu kommt ein Urteil des Bundesgerichts, das Anfang Jahr eine verursachergerechte Finanzierung der Abfallentsorgung vorschreibt. Was in den meisten Teilen der Deutschschweiz seit Langem über eine Abfallsackgebühr geregelt wird, ist jetzt für die ganze Schweiz Pflicht. Im Kanton Waadt ist die Umsetzung im vollen Gange: Auf den 1. Januar 2013 wird vorerst in 200 von 326 Gemeinden die Abfallsackgebühr eingeführt. Der Preis für einen 35-Liter-Sack beträgt ungefähr 2 Franken. Im Kanton Neuenburg wurde die Sackgebühr für alle Gemeinden schon 2012 eingeführt. Seit dem Gerichtsurteil bauen die Gemeinden ihre Sammelstellen merklich aus. Der Trend geht also in die falsche Richtung.
Chance für das PET-Recycling
Um diese «neue» Zielgruppe von den ökologischen und ökonomischen Vorteilen zu überzeugen und um aufzeigen zu können, wie einfach und bequem die PET-Getränkeflaschen über den Handel entsorgt werden können, verstärkt die Branchenorganisation PET-Recycling Schweiz ihre Kommunikationsmassnahmen für den italienisch- und französischsprachigen Teil der Schweiz. Damit will PET-Recycling Schweiz die Gemeinden nachhaltig entlasten. Geplant sind eine umfassende Informationskampagne, ein Spezialwettbewerb sowie eine neue PET-BOX-CUP-Runde, fokussiert auf den Handel.




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