Stimmen gegen das Pfand

«Die Einführung einer Pfandpflicht für PET-Flaschen wäre unverhältnismässig, riskant, wirtschaftsschädigend und die Abwicklung mühsam. Sie schadet hauptsächlich den kleinen bis kleinsten Detaillisten, da diese von Grund auf eine Rücknahme-Infrastruktur aufbauen müssten. Die neuen, zusätzlichen logistischen Aufwände wären unnötig, auf den heute guten Sammelerfolg bezogen unverhältnismässig und für die meisten Detaillisten - besonders in der aktuellen Wirtschaftslage - unzumutbar.»
Dr. Beat Curti, Unternehmer

«Wir sind Weltmeister im PET-Sammeln. Kein anderes Land weist eine so hohe Rückführungsquote aus wie die Schweiz. Trotzdem droht uns das Zwangspfand. Dies kann nicht in unserem Interesse sein. Ein Zwangspfand auf PET-Flaschen bringt für alle Beteiligte nur Nachteile. Dem Konsumenten, der am Rücknahmegerät oder -schalter anstehen muss, um sein Pfand einzulösen. Dem Handel, der hohe Investitionen in die Rücknahmeanlagen tätigen muss. Und schlussendlich der Getränkeindustrie, der durch diese staatliche Regulierung zusätzliche Wettbewerbsschranken auferlegt werden. Um diese Bedrohung abzuwenden, ist eine koordinierte Aktion sämtlicher Betroffener unumgänglich.»
Franz Rieder, CEO Rivella Gruppe

«Pfandflaschen in Kinos sind undenkbar, wir müssten dafür unsere Gäste nach der Vorstellung nochmals durch das Foyer schleusen, welches dann aber bereits wieder voll ist mit den Gästen der nächsten Vorstellung. So würden wir gezwungen, auf ein anderes Produkt auszuweichen und dies, obwohl unsere Rücklaufquote bei ca. 95 Prozent liegt. In unseren Kinos haben wir nicht nur Sammelstellen aufgestellt, wir sortieren auch die ‹normalen› Abfallbehälter und den auf den Boden geworfenen Müll aus. Um die Effektivität auf das gewünschte Mass von 75 Prozent zu bringen, ist es ein grundfalscher Ansatz, die Konsumenten und Detaillisten zu bestrafen, welche sich vorbildlich verhalten. Vorbildlich verhalten wir Schweizer-/innen uns ganz besonders und das soll auch von der Politik belohnt werden. Der Ansatz muss darin liegen, die schwarzen Schafe zu motivieren oder Lücken im Sammelnetz zu stopfen. Sei es durch Massnahmen gegenüber Detaillisten, welche kein PET sammeln oder durch eine bessere Kommunikation der Konsequenzen (Pfand).»
Gyan Härri, Leiter Arthouse Le Paris

›› Zurück zur Übersicht