Jetzt kommt das Recycling-Zelt

Das niuway-Zelt ist schneeweiss, einfach aufzustellen und lässt sich dank den beiden sortenreinen Bestandteilen PET und Alu erstens einfach wieder für das nächste Open Air aufbereiten oder dann für ein zweites oder drittes Leben von Grund auf rezyklieren.

Ein paar Handgriffe reichen und das weisse niuway-Zelt steht. Für Florian Felder, Geschäftsführer der Niuway AG, ist das Entfalten seines Zeltes zwar nichts Neues, er kann aber versichern, dass es anderen Nutzern genauso schnell gelingt: «Wir haben darauf geschaut, dass es sich einfach aufstellen lässt.»

Niuway

Einfach ist aber auch das Konzept an sich – und auch wirklich neu. Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Andreas Bär hat sich Florian Felder immer wieder über achtlos stehen oder liegen gelassene Zelte nach Open Airs geärgert. «Es kann nicht sein, dass Festivalzelte gerade einmal eine Nutzungsdauer von drei Tagen haben, da waren wir uns einig.» Und einig waren sie sich auch, dass sie etwas unternehmen wollten. Die Idee der niuway-Zelte und der Gründung der gleichnamigen Firma Niuway AG war geboren. «Nach vielen Überlegungen und Abwägungen, wie das Zelt beschaffen sein sollte, konnte das fertige Produkt nach nur zehn Monaten aus der Taufe gehoben werden.»

Ein Zelt, zwei Materialien

Wichtig sei es für beide von Anfang an gewesen, dass ihr Zelt möglichst nachhaltig sein sollte. Wie Florian Felder ausführt, war die Materialwahl dabei das entscheidende Element: «Übliche Zelte bestehen aus einer Vielzahl unterschiedlichster Bestandteile, das macht sowohl das Entsorgen als auch das Rezyklieren aufwändig.» Entsprechend blieben bei der Umsetzung ihres eigenen Zelt-Konzepts nur zwei Materialien übrig: PET und Alu. «Das macht alles viel einfacher.»

Von Beginn seien sie deshalb auch mit PET Recycling-Schweiz in Kontakt gewesen, wo das Konzept auf grosse Begeisterung gestossen ist. Für die beiden Zelt-Entwickler war der PET-Getränkeflaschen-Kreislauf dann auch das grosse Vorbild, «so etwas wollten wir auch.» Und um dies möglichst gut vorzubereiten, habe man sich auf die zwei Materialien geeinigt und bei PET Recycling-Schweiz von viel Know-how profitieren können. Momentan können gemäss Florian Felder aus gebrauchten niuway-Zelte noch keine neuen Produkte hergestellt werden: «Es gibt aktuell noch keinen Dienstleister, welcher den Zeltstoff wieder zum fundamentalen Garn machen kann. Wir verfolgen diese Entwicklung aber genau und sind bereits mit potenziellen Partnern in Kontakt. Um aber zwischenzeitlich trotzdem den gewünschten Material- Kreislauf sicherzustellen, haben wir mit unserem Recyclingdienstleister aus Zürich einen Prozess entwickelt, wo der Zeltstoff zu Flakes verarbeitet und danach zur Herstellung neuer Produkte beigemischt wird.»

Das niuway-Zelt ist schneeweiss und einfach aufzustellen.

Zuerst kommen sie an den Open-Airs zu einem ersten Einsatz. «Kurzfristig haben wir uns darauf geeinigt», so Florian Felder, «dass die Vermietung hauptsächlich über unsere Webseite vollzogen wird. Es werden dann sukzessive Festivals ergänzt, bei welchem die Zelte im Vorfeld erworben werden können.» Beim Eingang zum Festivalgelände werden die Zelte dann in einer praktischen Umhängtasche verpackt an die Benutzerinnen und Benutzer abgegeben. «Nach dem Anlass nehmen wir diese wieder zurück und bereiten diese wieder auf.» Das bedeute in erster Linie Kontrolle und Reinigung. Nur wenn die Zelte nicht mehr zu reparieren oder waschen seien, komme als letzte Möglichkeit das Recycling von PET und Aluminium zum Zuge. «Und im besten Fall entstehen aus genau diesen Materialien dann wieder neue Zelte», so Florian Felder. Da sei man aber noch nicht ganz soweit, fügt er an: «Wir wollen am Schluss einen Kreislauf für beide Materialien erreichen – und dies aus ökologischen Gründen am liebsten auch in der Schweiz.» Der genaue Prozess sei aber noch nicht abschliessend definiert.

Das niuway-Zelt lässt sich einfach wieder für das nächste Open Air aufbereiten oder dann für ein zweites oder drittes Leben von Grund auf rezyklieren.

Erster Einsatz diesen Sommer

«Jetzt geht es zuerst an die Open Airs», freut sich Florian Felder. Geplant ist ein erster Einsatz mit total 400 bis 600 Zelten. In Frauenfeld und in Gampel werden wir als Teil «Greenfestivals», in Kooperation mit der Agentur Aroma AG mit 70 bis 80 Zelten ein nachhaltiges und energiesparendes Zelt-Dorf aufbauen, für das sich innerhalb eines Wettbewerbs gratis Eintritte und Zelt-Aufenthalte gewinnen lassen.» Die restlichen Zelte werde man an noch zu definierenden Festivals und Verkaufskanälen anbieten. «Wir werden dies sukzessive im eigenen Webshop aufschalten.»

Die niuway-Zelte sind als 2er- und 4er-Varianten erhältlich. Sie seien zudem deshalb weiss, «weil wir es auch da einfach halten und auf Farben verzichten wollten – auch wieder aus Umweltgründen.» Die Miete für die Zelte lässt sich über die niuway-Website einfach dazu buchen: «Das 2er kostet 99, das 4er 159 Franken.» Auch der Kauf der Zelte ist möglich: «Die Zelte können auf unserem Webshop auch für den Eigengebrauch erworben werden, das 2er für 179, das 4er für 259 Franken.» Wichtig sei dann nur, dass die Besitzer das Zelt nach dem Ende von dessen Einsatzzeit mit einer, auf der Website bestellbaren Rücksendeetikette wieder an Niuway zurücksenden, «und wir unseren Recycling-Kreislauf sicherstellen können.»


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