Rezyklat höchster Güte

Das rezyklierte PET-Material aus dem Flaschenkreislauf – das rPET – wird immer beliebter. Das rPET als reiner Rohstoff, der erst noch lebensmitteltauglich ist, wäre eigentlich für die Industrie ideal.

Für den vermehrten Einsatz von rPET sprechen verschiedene Gründe: PETRezyklat schont die Umwelt (50 Prozent höherer Umweltnutzen dank geschlossenem Flaschenkreislauf), ist qualitativ hochwertig und, seitdem der Erdölpreis die Schwelle von 70 US-Dollar pro Barrel wieder überschritten hat, auch finanziell attraktiv. Auch aus strategischer Sicht lohnt sich der Umstieg auf rPET: Einerseits wünschen sich immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten umweltfreundliche Verpackungen. Andererseits zielt die EU mit dem kürzlich beschlossenen Kreislaufwirtschaftspaket darauf ab, den Anteil von Rezyklaten deutlich zu erhöhen und den Verbrauch von Einwegkunststoffen zu reduzieren («Design for Recycling» ermöglicht Wiederverwertung). Für die Industrie führt mittelfristig kein Weg am rPET vorbei. Und trotzdem hat PET-Rezyklat einen schweren Stand. Insbesondere die Qualität wird fälschlicherweise immer wieder in Frage gestellt.

Regelmässige Investitionen und lückenlose Qualitätskontrollen

Um die hohe Qualität beim rPET sicherzustellen, investieren die Sortierer und Verwerter regelmässig hohe Beträge in ihre Anlagen und führen nach jedem Verarbeitungsschritt Kontrollen durch. Während des Recycling-Prozesses wird eine Dekontamination durchgeführt: Es wird sortiert, geschreddert, gewaschen, zentrifugiert, statisch aufgeladen, erhitzt, geschwemmt, gefiltert, magnetisiert und spektroskopiert. Am Ende wird jedes einzelne Flake mit einem Laser kontrolliert und notfalls aussortiert. Bevor die Flakes die Fabrik verlassen, wird jede Charge auf ihre Lebensmitteltauglichkeit überprüft. Nur wenn das Labor grünes Licht gibt, darf das Rezyklat für den geschlossenen Flaschenkreislauf verwendet werden. Regelmässig überprüfen das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und der Kanton die Rapporte zu den Produktionsund Qualitätsdaten. Zudem werden dem renommierten Fraunhofer-Institut jedes Jahr Proben zur externen Qualitätskontrolle übergeben. Durch die langjährige Erfahrung und die internen und externen Kontrollen sorgen die Sortierer und Verwerter für ein einwandfreies Rezyklat.

Auch die Konsumenten können einen Beitrag zur hohen Qualität leisten: Je genauer sie sammeln und sortieren, desto mehr Sammelgut kann von den Recyclinganlagen hochwertig verwertet werden. Gemeinsam sorgen Konsumenten, Sortierer und Verwerter so für eine einwandfreie rPET-Qualität.

Mit einem Laserstrahl kontrolliert der «Flake-Sorter» am Ende des Recyclingprozesses jedes einzelne PET-Flake auf seine Qualität.
Mit einem Laserstrahl kontrolliert der «Flake-Sorter» am Ende des Recyclingprozesses jedes einzelne PET-Flake auf seine Qualität. So werden letzte Verunreinigungen aussortiert.

Nachverfolgbarkeit dank geschlossenem System

Mit dem Einwurf einer gebrauchten PET-Getränkeflasche an einer der über 50'000 Sammelstellen kommt die Organisation von PET-Recycling Schweiz ins Spiel. Durch das national einheitliche Sammelsystem – dem die Produzenten, Abfüller und Inverkehrbringer von Getränken angehören (Denner und Lidl Schweiz neue Vollmitglieder) – durchlaufen alle gebrauchten PET-Getränkeflaschen dieselbe Logistikkette. Das ist effizient und ermöglicht eine im internationalen Vergleich unerreichte Nachverfolgbarkeit des Materials. Weil die gesamte Aufbereitung in der Schweiz erfolgt, kann das Material lückenlos nach Schweizer Standards überprüft werden. Schlussendlich kann das Rezyklat einer neuen PETGetränkeflasche bis zum Sortierzentrum zurückverfolgt werden. Diese Sicherheit, gepaart mit über 17 Jahren Erfahrung im geschlossenen Flaschenkreislauf, macht Schweizer rPET zu einem Wertstoff höchster Güte.


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