Mehr Grün im weissen Skiparadies

Freizeit heisst im Winter vor allem Schneesport – auch wenn dies aufgrund der Klimaveränderungen auch in der Schweiz immer weniger selbstverständlich ist. Umso wichtiger ist es zum Beispiel für die Weisse Arena Gruppe, die unter anderem für die Gemeinden Flims, Laax und Falera unter dem Markennamen «LAAX» das Skigebiet Flims Laax Falera betreibt, den Schutz der Umwelt mehr in den Alltag zu integrieren.

Auf den eigens hergestellten und überall im Skigebiet aufgestellten Abfall- und Recyclingstationen steht edel eingestanzt der Begriff «greenstyle». Das ist nicht der Name des Herstellers, sondern der Titel eines umfassenden Umweltkonzeptes der Weissen Arena Gruppe für die Destination «LAAX». Die Ziele seien hochgesteckt, erklärt der Umweltbeauftragte der Weissen Arena Gruppe, Reto Fry: «Wir wollen die erste selbstversorgende Alpendestination der Welt werden – 100 Prozent CO2-neutral. Dabei besteht auch eine enge Zusammenarbeit mit den Standortgemeinden, wie Marco Maranta bestätigt, er ist Leiter Bauamt in Flims: «Neben vielen anderen Themen sind wir zum Beispiel im Bereich Strom und Energie mit der zu 100 Prozent zur Gemeinde gehörenden Flims Electric AG in der Produktion von Ökostrom aktiv involviert.»

Mehrweggebinde fördern

«Reduce, reuse, recycle – reduzieren, erneut brauchen, rezyklieren.» Das sind für Reto Fry die zentralen Begriffe im Umgang mit Abfall. Und dabei sei man schon weit fortgeschritten. «Wir wollen unsere Gäste so weit bringen, dass sie zum Beispiel Mehrweggebinde benutzen.» Statt mit einem Pappbecher mit Kaffee auf den Crap Sogn Gion zu fahren, bieten die Take-away-Geschäfte stilvolle «greenstyle LAAX»-Becher aus Keramik an, die sich dank des festsitzenden Deckels auch problemlos verschliessen lassen. «Diese können immer wieder neu befüllt werden – mit zusätzlichem Anreiz, indem wir den Kaffee günstiger anbieten.» Auch oben auf dem Gipfel sollen Mehrweggebinde die meist nur einmal benutzten 0,5-Liter-PET-Getränkeflaschen ablösen. Dazu der Geschäftsführer der GALAAXY-Gastrobetriebe in der Bergstation auf dem Crap Sogn Gion, Robert Adam: «Zum ersten Mal bieten wir diese Saison keine PETVerpackungen mehr an. Die Gäste können ihre leeren Gebinde bei uns mit Getränken auffüllen – ausserhalb des Restaurants gratis mit Wasser oder drinnen an den Ausgabestellen zu günstigeren Preisen mit Softdrinks oder Heissgetränken.» Wer keine eigene Flasche mit dabei hat, kann die erwähnten Keramikbecher oder die sogenannten «Keep Cups» für Kaltgetränke kaufen oder auf Glas umsteigen.

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Mehrweg-Keramikbecher statt Pappbecher: Mitarbeiterin Livia Solèr im Piazza-cafedeli an der Talstation in Laax.

Abfall trennen

Dass es – trotz aller Massnahmen zur Vermeidung – im Wintersport dennoch zu Abfall komme, sei klar, so Reto Fry, dennoch soll das Ziel einer 50-prozentigen Reduktion bis 2023 erreicht werden. Im gesamten Skigebiet stehen rund 60 Recyclingstationen zur Verfügung, um PET-Getränkeflaschen, Alu und Restmüll zu trennen und korrekt zu entsorgen. In den zwei grossen Talstationen in Laax-Murschetg und Flims wird die Sammelware vorsortiert, bevor diese dann je nach Fraktion an die entsprechenden Werkhöfe abtransportiert wird. Dazu gehören pro Jahr auch sechs Tonnen PET-Getränkeflaschen. «Zudem nehmen jedes Jahr über 400 Einheimische und Ferienwohnungsbesitzer am «greenstyle»-Clean-Up-Day teil.»

Ob mit der Vermeidung von Abfall, der Förderung von Solaranlagen, mit Elektromobil-Ladestationen oder in der Wasserbewirtschaftung – alles geschieht im Skigebiet «LAAX» auch ganz klar aus Eigeninteresse: «Der Klimaschutz ist für uns existenziell», sagt Reto Fry, «und das ist auch den meisten unserer Gäste bekannt. Eine Umfrage hat gezeigt, dass unsere Massnahmen nicht nur akzeptiert, sondern auch unterstützt werden. Unser Skigebiet soll auch in Zukunft weiss bleiben.»

Weitere Informationen: www.laax.com/infos/greenstyle

PET-Recycling Schweiz PETflash 69 Reportage Umweltschutz im Wintersport
Reto Fry bringt einen vollen PET-Recycling-Sammelsack zur Talstation in Laax.