Wissen: PET-Kreislauf

Schritt 1: Abfüllung und Verkauf

In der Schweiz werden pro Jahr mehr als 1,6 Milliarden PET-Getränkeflaschen abgefüllt und konsumiert. Die PET-Flasche ist damit mit Abstand die beliebteste Getränkeverpackung.

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Schritt 2: Die Sammlung

Leere PET-Getränkeflaschen können an alle Verkaufsstellen von PET-Getränkeflaschen zurückgebracht werden. Aber auch in Städten und Gemeinden, in Schulen und Spitälern, bei Tankstellen, Bahnhöfen und -stationen, Kiosken und in Firmen sowie an Freizeitanlässen stehen PET-Container. Somit stehen den Konsumenten über 50'000 Sammelstellen mit weit über 200'000 Sammelcontainer zur Verfügung.

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Schritt 3: Der Rücktransport

PET-Recycling Schweiz betreibt ein dichtes, flächendeckendes Logistiknetz, um alle leeren Flaschen effizient zusammenzutragen und zu den Sortierzentren zu transportieren. Dabei arbeitet PET-Recycling Schweiz mit rund 40 Entsorgungspartnern in der ganzen Schweiz zusammen.

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Schritt 4: Sortierung

Alle gesammelten PET-Getränkeflaschen gelangen in eines der drei Sortierzentren, wo sie sortiert und zu 200 bis 300 kg schweren Pressballen verarbeitet werden. Die Sortieranlagen verarbeiten bis zu 150'000 Flaschen pro Stunde. Die Flaschen werden nach Farbe sortiert, Fremdstoffe in Sekundenbruchteilen erkannt und ausgeschieden. In rund fünf Millisekunden führen Sensoren bis zu 6‘000 Messungen pro Flasche durch. So wird ein Reinheitsgrad von 95 bis 99,8 Prozent erreicht.

PET-Kreislauf: Sortierung

Schritt 5: Rückgewinnung

Nach der Sortierung gelangen die farbreinen PET-Ballen in eines von zwei Recyclingwerken in der Schweiz. Die PET-Ballen mit vorsortierten Flaschen werden von ihrer Verdrahtung befreit und kommen auf ein Förderband. Nun werden noch die kleinsten metallischen Verunreinigungen aussortiert. Anschliessend werden die Etiketten abgelöst. Ein überdimensionaler «Staubsauger» entfernt Etiketten und andere äussere Verschmutzungen von den Flaschen. Danach werden sie in der Mühle zu winzigen Stücken,  sogenannten Flakes, zerkleinert. Die Flakes werden chemisch gewaschen und landen anschliessend in einem Wasserbecken. Erst hier werden die Deckel von der Flasche getrennt. Die Deckel, die aus einem andern Kunststoff, nämlich PE bestehen, schwimmen oben auf; PET ist schwerer als Wasser und sinkt auf den Grund. Ein weiterer Spülvorgang und die anschliessende Trocknung bilden den Abschluss. Nun haben die Flakes einen Reinheitsgrad, der im Nicht-Lebensmittelbereich genügt – allerdings nicht für neue Getränkeflaschen.

Daher wird jedes einzelne Flake ein weiteres Mal geprüft und letzte Fremdstoffe entfernt. Erst dann ist die Reinheit der PET-Flakes bei nahezu 100%. Nun werden sie eingeschmolzen und zu Granulat geformt. Das Granulat wird kristallisiert und letzte Verunreinigungen entfernt. Trotzdem wird das Granulat nun noch im «Solid Stater» über mehrere Stunden erhitzt sodass sich eventuell verbliebene, nicht erwünschte Stoffe verflüchtigen. So werden die Reinheit und Qualität maximal optimiert und eine Feinjustierung der Rezyklat-Eigenschaften vorgenommen. Erst jetzt entspricht das Recycling-PET den strengen Vorschriften des Bundesamts für Lebensmittelsicherheit.

PET-Kreislauf:  Verwertung

Schritt 6: Flaschenproduktion

Der geschlossene PET-Kreislauf macht es möglich, dass aus leeren PET-Getränkeflaschen neue entstehen. Bei Temperaturen von 250° C werden die PET-Molekülketten so beweglich, dass eine zähflüssige, beliebig formbare Kunststoffmasse entsteht. Beim Erkalten frieren die Molekülketten wieder ein, und der Kunststoff erstarrt in der gewünschten Form. Dieses einfache und mehrfach wiederholbare Verfahren wird auch bei der Herstellung von PET-Getränkeflaschen angewendet.

Bei der Produktion von PET-Flaschen werden auf Spritzgussmaschinen zunächst Preforms hergestellt. Diese werden zum Getränkeabfüller transportiert und dort auf die gewünschte Flaschengrösse aufgeblasen. Weil die kleinen Preforms nur wenig Platz benötigen, kann die Zahl der Transporte entscheidend reduziert werden.

PET-Kreislauf: Flaschenproduktion

Im Vergleich mit anderen Kunststoffen bietet PET einen entscheidenden Vorteil: Nebst neuen Flaschen entstehen aus PET-Rezyklat Folien, Verpackungen und Verpackungsbänder, ausserdem Textilien wie zum Beispiel Faserpelz, Füllstoffe für Kissen, Rucksäcke, Sportschuhe usw. Es entsteht kein Downcycling.